6
asc(s | Automotive Simulation Center Stuttgart e.V.
Impressum
Aktuelles aus der Wissenschaft
zum Thema Simulation
Der neue 1 Pflop/s - Numbercruncher
mit 113 664 Compute-Cores
Am 24. Februar 2012 erfolgte die offizielle
Einweihung des neuen Cray XE6-Systems
„Hermit“ durch den Ministerpräsidenten
des Landes Baden-Württemberg Winfried
Kretschmann und die Bundesministerin für
Wissenschaft und Kunst Prof. Dr. Annette
Schavan. Christoph Gümbel, Leiter des
Virtuellen Fahrzeugs bei der Porsche AG
und stellvertretender Vorstandsvorsitzen-
der des Automotive Simulation Center
Stuttgart asc(s e.V., hob vor allem die
herausragende Bedeutung der Simulation für die virtuelle Fahrzeugent-
wicklung im Rahmen des weltweiten Wettbewerbs der OEMs in seiner
Laudatio hervor.
Wir sind dabei
Das asc(s nutzt diesen Höchstleistungsrechner für die Weiterentwicklung
der CAE-Simulationsmethoden sowie die Portierung der industriell einge-
setzten ISVs-Codes auf die neue Architektur für die Automobilindustrie.
Bei diesem Cray XE6-Numbercruncher handelt es sich um einen der
modernsten Höchstleistungsrechner, der bedingt durch seine Architektur
sowohl sehr schnell sehr viele Einzelberechnungen als auch sehr
rechenzeitintensive multidisziplinäre Optimierungsrechnungen durchführen
kann. Derzeit nutzen wir den Cray XE6-Höchstleistungsrechner für
folgende zwei asc(s-Projekte:
1. Entwicklung und Validierung eines thermischen
Simulationsmodells einer Li-Ionen-Batterie
für Hybrid- und Elektrofahrzeuge (HEVs/PEVs)
Zielsetzung dabei sind Untersuchungen zum Wärme- und Energiemanage-
ment sowie zur Kühlungsoptimierung der Batterie, um eine möglichst hohe
Lebensdauer zu gewährleisten. Die Aufgabe besteht in der Kopplung eines
dreidimensionalen CFD-Modells einer kompletten Höchstleistungs-
Li-Ionen-Batterie (inkl. 84 Pouchzellen, Kühlkreislauf, Gehäuse .…) mit
einem elektrothermischen Modell für die einzelne Zelle inkl. der Verifikation
und Validierung der eingesetzten Software Star CCM+. Das dabei
verwendete Simulationsmodell besitzt 16 Millionen Zellen. Zur Simulation
der physikalischen Zeit von 2,5 h werden 4 Knoten a 32 Cores auf der
Cray XE6 verwendet. Wegen Engpässen beim Arbeitsspeicher von vier
GB/Core kann nur jeder zweite Core verwendet werden. Die gesamte Turn-
around Berechnungszeit beträgt für eine thermoelektrische Simulation
unter Nutzung von 64 Cores derzeit ca. 11 Tage. Für die gesamthafte
Auslegung und Optimierung der Li-Ion Batterie und die Validierung der
Simulationsergebnisse sind ca. 10-12 charakteristische Versuchs-
konfigurationen zu untersuchen.
2. Methodische und softwaretechnische
Umsetzung der Topologieoptimierung
crashbeanspruchter Fahrzeugstrukturen
(CRASH-TOPO)
Zielsetzung ist die Entwicklung eines industriell einsatzfähigen Verfahrens
zur Topologieoptimierung der Querschnitte von Strangpressprofilen unter
Berücksichtigung von Crash-Lastfällen. Derzeit werden die Querschnitte
dieser Profile sehr zeitaufwendig oft mit einfachen Probierverfahren
entwickelt. Eine numerische Optimierung der Topologie würde hier den
Entwicklungsprozess deutlich beschleunigen, damit effizienter machen und
zugleich oft zu völlig neuen, besseren Konzepten für Querschnittsgestal-
tungen und Leichtbauansätzen führen. Gerade im Hinblick auf Elektro-
fahrzeuge wird somit die Basis zur Gestaltung und Konstruktion von neuen
Struktur- und Antriebskonzepten gelegt.
Innerhalb der Prozesskette mit modularem Aufbau werden unterschiedliche
Programmsysteme verwendet: LS-DYNA als Crash-Solver - LS-OPT, LS-
TaSC und Genesis als Optimierer, SFE CONCEPT für die implizit
parametrische Beschreibung des Bau- und Designraums sowie die an der
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg entwickelten Tools
GRAMB (Graph based Mechanics Builder) und TOC (Topology Optimizer
for Crash-loaded structures).
Die gesamte Optimierungsprozedur erfordert eine Vielzahl von
Crashanalysen. Hierbei findet die neue CRAY XE6 ihre Anwendung.
Teilweise muss auf eine extrem feine Vernetzung zurückgegriffen werden,
um z.B. Beuleffekte der dünnwandigen Strangpressprofile abbilden zu
können. Dies ist z.B. der Fall bei der Hybrid Cellular Automata Methode -
HCA (LS-TaSC) - als eine von drei Optimierungsstufen. Beispielhaft wird
ein Rohbaumodell mit 12 Millionen Elementen betrachtet. Der Schweller ist
dabei das zu optimierende Bauteil und soll als Strangpressprofil ausgeführt
werden. Er ist zu Beginn der Optimierung mit Volumenelementen voll
vernetzt. Die Kantenlänge der Elemente beträgt nur wenige Millimeter. Bei
256 Cores ergeben sich für die einzelnen Iterationen Berechnungszeiten
von 4,5h bis 12h. Bei ca. 15-20 Iterationen führt dies zu einer gesamten
Berechnungszeit von ca. 140h bei einem Lastfall (hier: Pfahlaufprall).
Kontakt
zur Übersicht
Hermit – Petaflop/s Performance
for Engineering Applications
6